Stuttgart-Weilimdorf | Aline Groß hot au amol ebbes vo domols zu verzähla: Neues Heimatblatt auf Schwäbisch

Aline Groß hot au amol ebbes vo domols zu verzähla: Neues Heimatblatt auf Schwäbisch

Freitag, 11.05.2018, 17:07

Da sitzen sie im Cafe Cookies: Aline Groß, 88 Jahre jung, neben Erika Porten, Ehrenvorsitzende des Heimatkreis und Bernhard Klar, seit kurzem der frisch gewählte neue Vorsitzende des Heimatkreises. Alle drei gehören zu Weilimdorf wie kaum jemand anderes. Aline Groß, 1930 in Weilimdorf geboren, Bernhard Klar, seit 1964 in Weilimdorf lebend – und Erika Porten stammt eigentlich von “nördlich der Mainlinie”, ist jedoch aus Weilimdorf nicht wegzudenken und war “irgendwie schon immer da”.

Gemeinsam haben sie eines: das neue Heimatblatt des Heimatkreis – die 40. Ausgabe. Und darin wird geschwäbelt was die Buchstaben hergeben, denn Aline Groß schreibt nicht nur schwäbsich, sondern sie schwätzt so seit sie auf der Welt ist – und 88 Jahre Weilimdorf prägen. Grund genug für Erika Porten beim Durchforsten des Bilderarchivs des Heimatkreises auf Aline Groß zuzugehen und sie um Hilfe zu bitten für eine kommunikative Plattform, die am Aussterben ist: Gasthäuser. Groß ist dafür aber auch prädestiniert: Sie ist in der Gastwirtschaft & Metzgerei “Hahnen” aufgewachsen, ein Haus, das Ende des Zweiten Weltkrieges durch Fliegerbomben einige Schäden erlitten hat und im Zuge der Sanierung des Ortskern von Weilimdorf durch ein modernes Gebäude ersetzt wurde: heute ist dort die Metzgerei Nouvel.

Und so beschäftigt sich das neue Heimatblatt “mit schwäbischer Schnauze” mit den um 1920 herum in Weilimdorf bestehenden Gasthäusern, die Aline Groß als Kind und junge Frau alle noch “persönlich” (also von anfangs außen und später auch von innen) kannte – und sie hat auch heute noch viele Anekdoten aus dieser Zeit parat: Wer mit wem, was wann wo und überhaupt und deswegen weil. Denn früher waren Gasthäuser die einzigen Räume in den Dörfern und Städten, sich über Neuigkeiten auszutauschen. Zeitungen gab es zwar bereits, doch die beschäftigten sich mit Politik und Zeitgeschehen, die “Neuigkeiten aus der Nachbarschaft” gab es immer nur abends und am Sonntag im Gasthaus um die Ecke. Davon hatte Weilimdorf um 1920 stolze 16 (und weitere zwei Cafés) – bei gerade mal 3.280 Einwohnern. Heute hat Weilimdorf noch 11 Gasthäuser (wobei man sicherlich so einige “FastFood”-Häuser abziehen sollte) und rund 32.000 Einwohner. Das Ausdünnen der Gasthäuser geht einher mit den “neuen Medien”: in den 1920er und 1930er Jahren waren es das Telefon und der Rundfunk, in den 1950er und 1960er Jahren kam das Fernsehen hinzu – und mit dem Siegeszug des Internet, der in den 1990er Jahren begann, wird den alteingesessenen Gasthäusern auch die letzte Grundlage für “Informationsaustausch” entzogen. “Wir erleben auch einen gesellschaftlichen Wandel!”, so Bernhard Klar – und weiter: “denn wer geht denn schon heute noch mit der ganzen Familie Sonntags in den Gasthof um die Ecke um Schnitzel mit Soß zu essen? Entweder kocht man selber oder gar nicht – oder geht zum FastFood um die Ecke, oder lässt den Pizzaservice kommen. Da geht mir leider viel zu viel in unserer Gesellschaft an Gemeinwesen verloren!”

Und auch Erika Porten weiss dem, Dank Aline Groß’ Wissen, hinzuzufügen dass “früher” die Handwerker abends im Gasthaus zusammen saßen, die Baustellen im Ort besprochen haben, Angebote verglichen und Preise festgelegt haben. Ein Schelm wer da an die heutige Zeit denkt wenn es um “Geschäfte” geht. Nahezu “weltbekannt” wurde auch ein Weilimdorfer Gasthof in der Reisachsiedlung, dessen italienischer Besitzer “alles was Rang und Namen hat” einst als Gäste hatte: “Was dort alles auf der Karte stand, können wir sicherlich heute noch in der Akte des Untersuchungsausschuss des Landtags nachlesen”, so Klar mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht.

Aus dem neuen Heimatblatt ist auch zu erfahren, dass Weilimdorf einst eine eigene Brauerei hatte – und rund um den Ort fleissig Hopfen angebaut wurde. “Gebrochen” wurden die Hopfenblüten am nördlichen Ortsrand von Weilimdorf im “Brechenloch” (das gibt es auch noch heute: eine unscheinbare Grünanlage – dort wo die Durlehaustraße auf die Solitudestraße mündet). Längst vergangen die Zeit – in Erinnerung von Aline Groß ist noch der alte See (heute die Parkplatzfläche des Lidl an der Mathildenstraße), aus dem man im Winter das Eis gebrochen hat, um den Gerstensaft der Brauerei und die Lebensmittel in den Wohnhäusern möglichst lang und gut kühlen zu können – denn der Kühlschrank wie wir in heute kennen wurde erst in den 1920er Jahren erfunden und fand erst in den 1930er Jahren seine Verbreitung in den privaten Haushalten – den Durchbruch erlebte der Kühlschrank aber erst in den 1950er Jahren.

Übrigens: Drei Gasthäuser aus der Zeit von vor rund 100 Jahren gibt es auch noch heute – zumindest dem Namen nach: die Gaststätte Adler, der Hasen (bzw. heisst er heute “Meister Lampe”) und das Schützenhaus. Doch so richtig in “alter Tradition” schwelgen mit Schnitzel, Klos und Soß – das, da sind sich Klar, Groß und Porten einig – das geht eigentlich nur noch im “Adler”. “Aber der dürfte gerne mal ein wenig sanieren!”, so das Trio übereinstimmend.

Das neue Heimatblatt ist ab sofort gegen eine Schutzgebühr von 1,50 Euro jeden Samstag in der Heimatstube, zu den normalen Öffnungszeiten der Stadtteilbücherei, im Bürgerservice des Bezirksamtes, aber auch bei Tabak Heldt im Löwen-Markt-Center und in der Papeterie am Wormser Platz erhältlich.

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